9. November 2011

Jede Form von Antisemitismus die Stirn bieten - für Demokratie und Bürgerrechte

„In der Nacht vom 9. zum 10 November 1938 begann mit der so genannten Reichspogromnacht die systematische Enteignung, Verfolgung, Ermordung von Jüdinnen und Juden. Ein Volk, eine Religion, eine Kultur sollten ausgerottet werden. Innerhalb einer Woche wurden über 400 Menschen ermordet oder in den Selbstmord getrieben. 1.400 Synagogen und Betstuben, tausende jüdische Geschäfte wurden zerstört. Ab dem 10. November wurden ungefähr 30. 000 Jüdinnen und Juden in Konzentrationslager verschleppt. Drei Jahre später mündete das in den für die Menschheit bis dahin nicht vorstellbaren Holocaust an den europäischen Juden. Heute, 73 Jahre nach diesen schrecklichen Ereignissen hat sich auch in Sachsen-Anhalt wieder jüdische Kultur entwickelt. Die Jüdischen Gemeinden nehmen im gesellschaftlichen Leben unseres Bundeslandes einen festen Platz ein. Der Landtag hat mit den Jüdischen Gemeinden 1996 einen Staatsvertrag abgeschlossen, um jüdisches Leben zu fördern und die Voraussetzungen zu schaffen, dass es sich weiter entfalten kann. Das sollte im Alltag Verpflichtung sein. Deshalb treten wir jeder Form von Antisemitismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus entschieden entgegen. Deshalb ist ein Landesprogramm gegen Rechtsextremismus vom Parlament eingefordert worden. Denn gerade der Antisemitismus spielt im Gedankengut des Rechtsextremismus eine dominante Rolle. Vor wenigen Tagen hat eine Expertenkommission, eingesetzt durch den Deutschen Bundestag, einen Bericht zu aktuellen Problemen des Antisemitismus vorgelegt. Die Ergebnisse müssen uns mahnen: Bei ca. 20 % der Bevölkerung ist antisemitisches Gedankengut vertreten, in allen Schichten der Bevölkerung. Deshalb gilt es den parlamentarischen und außerparlamentarischen Kampf zu verstärken - der 9. November 1938 ist uns Mahnung.“

Magdeburg, 9. November 2011